KatecheseKirche St. Stephan
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Gottesdienste

Liebe Schwestern und Brüder!

Eine der für mich bewegendsten Begegnungen im Rahmen der Visitation durch Weihbischof Karl Borsch durfte ich in der jüdischen Synagoge Krefelds erleben. Beim Betreten der Synagoge bekamen der Weihbischof und ich eine Kippa  (Kippa ist ein hebräisches Wort und bedeutet eine Kopfbedeckung) überreicht. Im gleichen Zug übergab Weihbischof Karl Borsch seine Kopfbedeckung (Pileolus: das sogenannte Scheitelkäppchen). Diese violette Kopfbedeckung findet von nun an Platz und Heimat in der Krefelder Synagoge. So gibt dort nun eine enge Verbindung nicht nur ob der Wurzeln, sondern auch „himmelwärts“.

Immer wieder dürfen wir Christen uns vergewissern, wie sehr unser christlicher Glaube im Volk Israel, dem auserwählten Volk Gottes, verwurzelt ist. Ganz aktuell wird für uns dieser Zusammenhang, wenn wir die alarmierende Entwicklung des Antisemitismus in unserem Land wahrnehmen.

Bischof Felix Genn bezieht diesbezüglich deutlich Stellung in einer Predigt, die er im März 2018 aus Anlass der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit – diese wird seit 1952 von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit veranstaltet – in Recklinghausen gehalten hatte:

„‘Jesus Christus, so unterstreicht der Bischof, sei ‚der exemplarische Israelit, und ich bin dankbar, dass ich durch ihn verwurzelt bin mit dem jüdischen Volk und allen Schwestern und Brüdern, die aus diesem Volk stammen und aus dieser Gebetstradition gelebt haben und leben.‘ Er betont, dass es wichtig sei, ‚all denen zu wehren, die mit bewusstem oder unbewusstem oder oberflächlichem Antisemitismus neue Samenkörner legen, die nur in Gewalt und Verachtung enden können.‘ Bischof Genn: ‚Ihnen halten wir entgegen: Erinnerung an den großen Schatz des jüdischen Glaubens hilft uns, die Zukunft aufzubauen, die zum Segen aller werden kann. Erinnerung ist die Brücke, die Ängste abbaut und Neues aufbaut.‘"  

Michael P. Maier (Lehrstuhl für die Theologie des Volkes Göttes)  findet in  einem  Vortrag zum Tag des jüdisch-christlichen Dialogs wunderbar verbindende Worte: „Für die Jünger, so sagte Papst Benedikt XVI. schon früher einmal, war Jesus die „Tora in Person“. Dieses Wort bringt nicht nur die tiefe Übereinstimmung von Altem und Neuem Testament zum Ausdruck. Es drückt auch eine Grundwahrheit des jüdisch-christlichen Glaubens aus: Die Bibel, so kostbar und unentbehrlich sie ist, um den Willen Gottes zu erkennen, ist nicht alles. Denn Gottes Wort will nicht Buchstabe bleiben, will nicht in einem Buch oder einer Rolle eingeschlossen bleiben. Gott möchte, wie der Prophet Jeremia sagt, die Tora auf das menschliche Herz schreiben, damit sie das Leben, nicht nur das Leben des einzelnen, sondern das eines Volkes, erfasst und umgestaltet. Ich glaube, dass Juden und Christen sich in diesem Punkt sehr nahe sind. Vielleicht legen sie nur einen anderen Schwer-punkt: während die einen eine Person in die Mitte stellen, die den Gottes Willen ganz erfüllt hat, den Knecht und Sohn Jesus von Nazareth, halten die anderen daran fest, dass es ein Volk braucht, Israel als erstgeborenen Sohn und Gottesknecht.“

Der HERR segne dich und behüte dich 

jewarechecha Adonai vejischmerecha 

Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.

ja'er Adonai panaw elecha wichuneka 

Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.

jissa Adonai panaw elecha wejasem lecha schalom 

In diesem Sinne grüßt in geschwisterlicher Verbundenheit 

Ihr

Norbert Lucht