Liebe Schwestern und Brüder

wenn mein kleiner Freund und lieber Weggefährte unruhig und erschöpft von der Schule kommt und spielen will, dann macht er als erstes Musik an: „Little Drummer Boy“ ´- wir haben ihm vom Inhalt dieses Liedes erzählt und er liebt es. Dieses amerikanische Weihnachtslied erzählt von einem kleinen Jungen, der vom menschgewordenen Gottessohn, dem kleinen Kind in der Krippe, gehört hat und zum ihm möchte. Aber er schämt sich, weil er eben keine Geschenke bringen kann und aus der Not seiner Arm-Selig-keit spielt er für dieses Kind in der Krippe auf seiner Trommel (natürlich hat er vorher die Mutter Maria um Erlaubnis gefragt) und das Lied beschreibt, dass der „holde Knabe im lockigen Haar“ dem kleinen Trommler sein göttliches Lächeln schenkt… Gut, es mag kitschig sein, trotzdem ist es genau das, was meines Erachtens die Heilige Nacht ausmacht: wir dürfen zur Krippe kommen mit all unseren Nöten, Ängste, Sorgen und Scherben und es wird Verwandlung erfahren! Dafür hat Gott seinen Sohn „Fleisch“ werden lassen, hat die Liebe Gottes zu uns Menschen „Hand und Fuß“ bekommen - welch ein Geschenk. Auch wenn „Weihnachten zu zweit unter der Tanne“ beworben wird oder mir ein „Weihnachtsfest unter Palmen“ offeriert wird, ich möchte mich von Herzen gerne einreihen in die Zahl derer, die staunen möchten über das Kind im Futtertrog in einem armseligen Stall - umgeben von  schmutzigen Hirten, Gaunern, Magiern, finsteren Gestalten - aber alle mit einer großen Sehnsucht und Hoffnung im Herzen und dann als Verwandelter in den Alltag zurück kehren, um diesen Segen der Heiligen Nacht hinauszutragen in unsere Welt, die diesen Segen und das Licht der Heiligen Nacht so bitter nötig hat…

„Das Wort ist Fleisch geworden,
das Wort ist Herz geworden.
Gott hat sich ein Herz genommen.
Das göttliche Herz schlägt im Puls
der Milliarden menschlicher Herzen.
Seither wissen wir, was im Herzen des Menschen wohnt.
Denn der allwissende Gott wollte der allnahe Gott werden.
Er wollte nicht nur wissen, was im Herzen des Menschen ist,
sondern er wollte es erfahren.

Und in ihm erfahren wir uns selbst:
Unser Herz ist nicht ein Traum, der sich nie erfüllt,
nicht unsere Verurteilung zum ausweglosen Scheitern,
nicht unser fatales Alibi gegenüber der Wirklichkeit.
Nein, unser Herz hat Recht.
Denn Gott selbst hat sich
unser Herz genommen.“
Bischof Klaus Hemmerle

In diesem Sinne, herzlichst Ihr

Norbert Lucht

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